Was ein Projekt in der Schule von einer Aufgabe unterscheidet
Ein Projekt hat ein Ziel, einen Anfang, ein Ende und ein Team, das es ohne feste Zuständigkeit erreicht: die Einführung eines Lernzeitenmodells, der Aufbau einer Schülerfirma, die Fortschreibung des Medienkonzepts. Eine Aufgabe dagegen läuft dauerhaft und steht im Geschäftsverteilungsplan: die Betreuung der Tablets, der Fachvorsitz, die Stundenplanung. Die Unterscheidung ist praktisch wichtig: Projekte brauchen einen Auftrag und ein Ende; Aufgaben brauchen Verantwortliche und Entlastung.
Die meisten Vorhaben eines Schulprogramms sind Projekte. Wer sie als Projekte führt, mit Auftrag, Phasen und Verantwortlichen, bekommt sie zu Ende; wer sie „irgendwie mitlaufen“ lässt, trifft sie im nächsten Schulprogramm wieder.
Der Projektauftrag als Vorlage
Der Projektauftrag ist eine Seite, die das Gremium beschließt, bevor das Projekt beginnt. Er klärt, was erreicht werden soll, was nicht dazugehört, wer leitet und wann das Projekt endet. Alles, was später strittig wird, steht hier.
Projektauftrag: [Name des Projekts]
[Name der Schule], beschlossen von der [Lehrerkonferenz] am [Datum]
| Auftraggeber | [Gremium, Beschluss vom …] |
|---|---|
| Projektleitung | [Name] |
| Team | [Namen, Funktionen] |
| Beginn / Ende | [Datum] / [Datum] |
| Bezug zum Schulprogramm | [Entwicklungsziel Nr. …] |
Ausgangslage
[Warum gibt es das Projekt? Was ist das Problem, was wissen wir darüber?]
Ziel
[Ein Satz: Was ist am Ende anders? Woran erkennt die Konferenz, dass das Ziel erreicht ist?]
Nicht Teil des Projekts
[Was bewusst nicht dazugehört, damit das Projekt nicht wächst.]
Meilensteine
| Meilenstein | Ergebnis | Bis |
|---|---|---|
| Planung abgeschlossen | Arbeitspakete und Aufgaben verteilt | [Datum] |
| Erprobung | [Ergebnis im Kleinen ausprobiert, in …] | [Datum] |
| Auswertung | [Evaluation liegt vor] | [Datum] |
| Beschluss | [Gremium] beschließt die Einführung | [Datum] |
| Übergabe | Zuständigkeit im Geschäftsverteilungsplan, Eintrag im Schulprogramm | [Datum] |
Ressourcen
[Entlastungsstunden, Fortbildung, Geld, Räume, Zeit im Kalender.]
Berichte
Die Projektleitung berichtet der [Steuergruppe] alle [sechs] Wochen über Stand und Hindernisse und der [Lehrerkonferenz] zu jedem Meilenstein.
Evaluation
[Womit wird geprüft, ob das Ziel erreicht ist? Wer wertet aus, wann liegt das Ergebnis vor?]
Projektauftrag als Word-Vorlage herunterladen
Die Phasen eines Schulprojekts
- Auftrag: Die Konferenz beschließt Ziel, Leitung, Team und Ende. Ohne Auftrag kein Projekt.
- Planung: Das Team zerlegt das Ziel in Arbeitspakete, legt Meilensteine fest und verteilt Aufgaben mit Fristen. Ein Schulhalbjahr ist der natürliche Takt.
- Umsetzung: Kurze Treffen alle drei bis vier Wochen; jede Aufgabe hat eine Person und einen Stand. Was blockiert, geht an die Schulleitung.
- Erprobung: Das Ergebnis wird im Kleinen ausprobiert (ein Jahrgang, ein Fach) und ausgewertet, bevor es für alle gilt.
- Beschluss und Übergabe: Die Konferenz beschließt die Einführung; das Ergebnis geht in den Regelbetrieb, mit einer Zuständigkeit im Geschäftsverteilungsplan und einem Eintrag im Schulprogramm.
- Abschluss: Das Team hält fest, was gelungen ist und was es beim nächsten Projekt anders machen würde. Dann ist das Projekt zu Ende.
Welche Methode passt zu welchem Vorhaben?
| Methode | Passt, wenn | Beispiel |
|---|---|---|
| Phasenmodell (Wasserfall) | das Ziel klar ist und die Schritte aufeinander aufbauen | Umstellung auf ein neues Zeugnisformat |
| Kanban | viele kleine Aufgaben parallel laufen und der Stand sichtbar sein soll | Vorbereitung einer Projektwoche |
| OKR (Ziele und Kennzahlen) | das Ziel feststeht, der Weg aber offen ist und die Wirkung gemessen werden soll | Leseförderung in allen Fächern |
| Design Thinking | das Problem verstanden werden muss, bevor eine Lösung gebaut wird | Neugestaltung der Mittagspause |
Die Methode ist weniger wichtig als die Regel, dass jede Aufgabe einen Namen und einen Stand hat. Wechseln Sie die Methode nicht während des Projekts.
Woran Schulprojekte scheitern
- Kein Auftrag. Das Projekt entstand aus einer Idee in der Konferenz, und niemand weiß, wer es wollte.
- Kein Ende. Das Vorhaben läuft im dritten Jahr und ist zum Dauerzustand geworden.
- Alle machen mit, niemand ist verantwortlich. Aufgaben stehen auf dem Flipchart, nicht bei Personen.
- Keine Zeit. Ein Projekt ohne Entlastung oder festen Termin verliert gegen den Unterrichtsalltag.
- Keine Übergabe. Das Ergebnis ist fertig, aber im Geschäftsverteilungsplan ist niemand dafür zuständig, und im nächsten Jahr ist es vergessen.