Was interne Evaluation bedeutet
Interne Evaluation heißt, dass eine Schule selbst prüft, ob das, was sie sich vorgenommen hat, wirkt. Sie unterscheidet sich von der externen Evaluation durch die Schulinspektion oder Qualitätsanalyse des Landes: Dort prüfen andere nach deren Maßstab, hier prüft die Schule nach dem eigenen. Gegenstand kann alles sein, was im Schulprogramm steht: ein neues Förderkonzept, die Zusammenarbeit in den Jahrgangsteams, der Umgang mit der Lernplattform, die Rückmeldekultur im Unterricht.
Eine Evaluation lohnt sich nur, wenn vorher feststeht, was mit dem Ergebnis geschieht. Eine Befragung, deren Ergebnis in einer Schublade verschwindet, schadet mehr, als sie nützt: Beim nächsten Mal antwortet niemand mehr.
Der Ablauf in sechs Schritten
- Die Frage festlegen. Was will die Schule wissen, und welche Entscheidung hängt davon ab? Eine Evaluation, eine Frage. „Wie zufrieden ist das Kollegium?“ ist keine; „Hat die Einführung der Jahrgangsteams die Absprachen über Klassenarbeiten verbessert?“ ist eine.
- Das Instrument wählen. Fragebogen für viele Personen und vergleichbare Antworten; Gespräch oder Gruppeninterview für wenige Personen und offene Antworten; Dokumentenanalyse, wenn die Antwort schon in Protokollen und Ergebnissen steckt.
- Anonymität und Teilnehmerkreis klären, bevor jemand antwortet: Wer wird befragt, sind die Antworten anonym, ab wie vielen Antworten wird ausgewertet, wer sieht die Ergebnisse? Der Personalrat wird je nach Land beteiligt.
- Durchführen in einem kurzen Zeitfenster von ein bis zwei Wochen, mit einer Erinnerung. Eine Befragung in der Konferenz, in der alle gleichzeitig antworten, hat die höchste Beteiligung.
- Auswerten und zurückmelden. Die Ergebnisse gehen an alle Befragten, nicht nur an die Schulleitung, und zwar bald: innerhalb von vier Wochen.
- Entscheiden. Das zuständige Gremium zieht die Folgerung und beschließt sie; die Evaluation ist erst mit diesem Beschluss abgeschlossen.
Ein Fragebogen für die Befragung des Kollegiums
Der Fragebogen eignet sich als Grundstock für eine jährliche Befragung des Kollegiums zu Zusammenarbeit, Information und Schulentwicklung. Streichen Sie, was Sie nicht entscheiden wollen, und ergänzen Sie die Aussagen zu dem Vorhaben, das Sie prüfen. Antwortformat: vierstufig von „trifft nicht zu“ bis „trifft zu“, ohne Mitte, dazu „kann ich nicht beurteilen“.
Befragung des Kollegiums [Schuljahr]
[Name der Schule]. Die Befragung ist anonym. Ausgewertet wird erst ab fünf Antworten je Gruppe. Dauer etwa zehn Minuten.
Bitte bewerten Sie jede Aussage: 1 = trifft nicht zu, 2 = trifft eher nicht zu, 3 = trifft eher zu, 4 = trifft zu, 0 = kann ich nicht beurteilen.
Information und Zuständigkeiten
| Aussage | 1 | 2 | 3 | 4 | 0 |
|---|---|---|---|---|---|
| Ich erfahre rechtzeitig, was in der Schule entschieden wurde. | |||||
| Ich weiß, wer im Kollegium wofür zuständig ist. | |||||
| Beschlüsse der Konferenzen werden umgesetzt. | |||||
| Ich finde die gültige Fassung von Schulprogramm und Konzepten, wenn ich sie brauche. |
Zusammenarbeit
| Aussage | 1 | 2 | 3 | 4 | 0 |
|---|---|---|---|---|---|
| In meiner Fachschaft sprechen wir Unterrichtsvorhaben und Leistungsbewertung ab. | |||||
| Ich kann Kolleginnen und Kollegen um Unterstützung bitten, wenn ich sie brauche. | |||||
| Die Zeit für Teamarbeit ist im Stundenplan oder Kalender verankert. |
Schulentwicklung
| Aussage | 1 | 2 | 3 | 4 | 0 |
|---|---|---|---|---|---|
| Ich kenne die Entwicklungsziele unserer Schule für dieses Schuljahr. | |||||
| Ich weiß, welchen Beitrag mein Unterricht zu diesen Zielen leistet. | |||||
| Die Vorhaben der Schulentwicklung sind für mich leistbar. | |||||
| Ergebnisse von Befragungen werden an das Kollegium zurückgemeldet. |
Zu unserem Vorhaben „[Name der Maßnahme]“
| Aussage | 1 | 2 | 3 | 4 | 0 |
|---|---|---|---|---|---|
| [Beobachtbare Aussage zur Wirkung der Maßnahme] | |||||
| [Beobachtbare Aussage zur Umsetzung der Maßnahme] |
Offene Fragen
Was sollte an unserer Schule im nächsten Jahr unbedingt so bleiben?
Was sollte sich im nächsten Jahr ändern, und was wäre ein erster Schritt?
Vielen Dank. Die Ergebnisse gehen bis [Datum] an das ganze Kollegium; die [Lehrerkonferenz] am [Datum] zieht die Folgerungen.
Fragebogen für das Kollegium als Word-Vorlage herunterladen
Woran man gute Fragen erkennt
- Eine Aussage, ein Gegenstand. „Die Schulleitung informiert rechtzeitig und verständlich“ sind zwei Fragen.
- Beobachtbar statt gefühlt. „Ich weiß, wer für das Medienkonzept zuständig ist“ lässt sich beantworten; „Das Medienkonzept ist gut“ nicht.
- Keine Suggestion. „Finden Sie auch, dass …“ liefert das Ergebnis, das die Frage will.
- Höchstens zwanzig Aussagen und zwei offene Fragen am Ende. Ein Bogen, der zehn Minuten dauert, wird ausgefüllt.
- Vierstufig ohne Mitte, wenn Sie eine Tendenz wollen; fünfstufig mit Mitte, wenn Unentschiedenheit eine echte Antwort ist.
Anonymität, die hält
Eine Befragung ist nur dann anonym, wenn aus den Antworten niemand auf eine Person schließen kann. Dafür gelten drei Regeln: Es wird erst ausgewertet, wenn eine Mindestzahl an Antworten vorliegt (fünf ist eine verbreitete Untergrenze); Teilgruppen werden nur ausgewiesen, wenn auch sie diese Mindestzahl erreichen; und Angaben, die eine Person kenntlich machen (Fach, Jahrgang, Funktion), werden nur erhoben, wenn die Frage sie braucht. In einem Kollegium mit drei Kunstlehrkräften ist „Fach: Kunst“ ein Name.