Was ein Schulprogramm ist
Das Schulprogramm beschreibt, wofür eine Schule steht, welche Ziele sie sich für die nächsten Jahre setzt und mit welchen Maßnahmen sie diese Ziele erreichen will. Es ist das Arbeitsprogramm der Schulentwicklung: Leitbild, Bestandsaufnahme, Entwicklungsziele, Maßnahmen und die Verabredung, wie die Schule prüft, ob die Maßnahmen wirken. Alle Länder erwarten ein Schulprogramm oder etwas Gleichwertiges; die Namen unterscheiden sich (Schulprogramm, Schulentwicklungsprogramm, Qualitätsprogramm), die Erwartung nicht.
Ein Schulprogramm ist kein Hochglanzprospekt und keine Sammlung aller Konzepte. Die Konzepte (Medienkonzept, Förderkonzept, Berufsorientierung) liegen daneben; das Programm verweist auf sie und sagt, welches davon im laufenden Jahr weiterentwickelt wird.
Welche Gliederung hat sich bewährt?
Eine Gliederung, die in jedem Land trägt und die Lesenden vom Allgemeinen zum Konkreten führt:
- Die Schule: Schulform, Größe, Umfeld, Besonderheiten in zehn Zeilen. Wer das Programm liest, soll wissen, von welcher Schule die Rede ist.
- Leitbild: drei bis sechs Leitsätze, jeder ein ganzer Satz, den das Kollegium beschlossen hat.
- Bestandsaufnahme: Was läuft gut, was nicht, woher wissen wir das (Evaluationen, Rückmeldungen, Ergebnisse der letzten Jahre)?
- Entwicklungsziele für die nächsten zwei bis drei Jahre: höchstens vier, jedes mit einem Satz, woran die Schule erkennt, dass es erreicht ist.
- Maßnahmen je Ziel: Was wird getan, wer ist verantwortlich, bis wann, mit welchen Mitteln.
- Konzepte der Schule: eine Liste mit Stand und Verantwortlichen, nicht der volle Text.
- Evaluation: Welche Maßnahme wird wann mit welchem Instrument geprüft?
- Fortschreibung: Wer legt wann die nächste Fassung vor, und welches Gremium beschließt sie?
Die Vorlage unten hat genau diese Gliederung, mit Leitfragen unter jeder Überschrift.
Die Gliederung als Vorlage
Die Leitfragen unter den Überschriften sind beim Schreiben zu beantworten und danach zu löschen.
Schulprogramm der [Name der Schule]
Fassung vom [Datum], beschlossen von der [Schulkonferenz] am [Datum]
1. Unsere Schule
[Schulform, Größe, Umfeld, Besonderheiten in etwa zehn Zeilen. Leitfragen: Wer lernt hier, wer arbeitet hier, was zeichnet die Schule aus?]
2. Leitbild
- [Leitsatz 1 als ganzer Satz: Wofür steht die Schule?]
- [Leitsatz 2]
- [Leitsatz 3]
3. Bestandsaufnahme
[Was läuft gut, was nicht, und woher wissen wir das? Ergebnisse der letzten Evaluationen, Rückmeldungen, Abschlussquoten, Befunde der externen Evaluation.]
4. Entwicklungsziele bis [Schuljahr]
| Ziel | Daran erkennen wir, dass es erreicht ist | Bis |
|---|---|---|
| [Ziel 1 als Veränderung formuliert] | [Beobachtbares Zeichen] | [Schuljahr] |
| [Ziel 2] | [Zeichen] | [Schuljahr] |
| [Ziel 3] | [Zeichen] | [Schuljahr] |
5. Maßnahmen je Ziel
| Ziel | Maßnahme | Verantwortlich | Bis | Mittel |
|---|---|---|---|---|
| [Ziel 1] | [Maßnahme] | [Name / Gruppe] | [Datum] | [Stunden, Fortbildung, Geld] |
| [Ziel 1] | [Maßnahme] | [Name / Gruppe] | [Datum] | […] |
| [Ziel 2] | [Maßnahme] | [Name / Gruppe] | [Datum] | […] |
6. Konzepte der Schule
| Konzept | Stand | Verantwortlich | Nächste Fortschreibung |
|---|---|---|---|
| [Medienkonzept] | [beschlossen am …] | [Name] | [Schuljahr] |
| [Förderkonzept] | [in Überarbeitung] | [Name] | [Schuljahr] |
7. Evaluation
| Maßnahme | Instrument | Wann | Wer wertet aus |
|---|---|---|---|
| [Maßnahme] | [Befragung des Kollegiums / Schülerfeedback / Dokumentenanalyse] | [Monat Jahr] | [Steuergruppe] |
8. Fortschreibung
Die Steuergruppe legt der [Lehrerkonferenz] jeweils bis [Monat] eine fortgeschriebene Fassung der Kapitel 4, 5 und 7 vor. Die [Schulkonferenz] beschließt die Fassung bis [Monat]. Frühere Fassungen werden aufbewahrt.
Gliederung des Schulprogramms als Word-Vorlage herunterladen
Wie formuliert man Ziele, die man prüfen kann?
Der häufigste Mangel in Schulprogrammen sind Ziele, die man nicht verfehlen kann: „Wir fördern die Lesekompetenz“ ist eine Absicht, kein Ziel. Ein prüfbares Ziel nennt eine Veränderung, einen Zeitpunkt und ein Zeichen, an dem man die Veränderung erkennt.
| Absicht | Prüfbares Ziel |
|---|---|
| Wir fördern die Lesekompetenz. | Bis zum Ende des Schuljahres 2027/28 hat jede Fachschaft in ihrem schulinternen Curriculum mindestens ein Unterrichtsvorhaben zum Lesen von Sachtexten verankert. |
| Wir stärken die Zusammenarbeit im Kollegium. | Ab dem kommenden Schuljahr treffen sich die Jahrgangsteams alle vier Wochen; die Termine stehen vor den Sommerferien im Kalender. |
| Wir verbessern das Medienkonzept. | Die Schulkonferenz beschließt bis Juni 2027 eine Fortschreibung des Medienkonzepts, in der jede Fachschaft ihren Beitrag benannt hat. |
Ein guter Test: Könnte die Konferenz in zwei Jahren mit Ja oder Nein beantworten, ob das Ziel erreicht wurde? Wenn nicht, fehlt das Zeichen.
Warum fortschreiben besser ist als neu schreiben
Viele Schulen schreiben ihr Programm alle paar Jahre in einem Kraftakt neu, oft weil eine Schulinspektion ansteht. Dazwischen liegt es im Laufwerk, und niemand weiß, welche Datei gilt. Besser ist ein Programm, das jedes Jahr an wenigen Stellen fortgeschrieben wird:
- Die Steuergruppe prüft einmal im Jahr die Entwicklungsziele: erreicht, weiter, gestrichen.
- Je Ziel wird der Abschnitt „Maßnahmen“ aktualisiert; alles andere bleibt.
- Die Fassung bekommt ein Datum, die Lehrerkonferenz oder Schulkonferenz beschließt sie, und die alte Fassung wird aufbewahrt.
- Was sich in den Konzepten ändert, ändert sich in den Konzepten, nicht im Programm. Das Programm verweist nur.
So bleibt das Schulprogramm ein Arbeitsmittel, und die Inspektion findet ein Dokument vor, das die Schule wirklich benutzt.